{"id":657,"date":"2026-09-11T17:18:59","date_gmt":"2026-09-11T15:18:59","guid":{"rendered":"https:\/\/ifit.click\/?p=657"},"modified":"2026-09-11T18:55:22","modified_gmt":"2026-09-11T16:55:22","slug":"vom-pionierversuch-zum-eu-standard","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ifit.click\/?p=657","title":{"rendered":"Vom Pionierversuch zum EU-Standard"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie \u00ab<strong><a href=\"https:\/\/www.underground-sun-storage.at\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Underground Sun Storage<\/a><\/strong>\u00bb und \u00ab<strong><a href=\"https:\/\/euh2stars.eu\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EUH2STARS<\/a><\/strong>\u00bb die saisonale Wasserstoffspeicherung skalieren \u2013 und was das f\u00fcr die Schweiz bedeutet<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Achillesferse der Energiewende ist die Saisonalit\u00e4t: Wie bringen wir den im Sommer im \u00dcberfluss erzeugten Sonnen- und Windstrom in den energieintensiven Winter? Batterien und oberirdische Tanks sto\u00dfen bei der ben\u00f6tigten Speicherkapazit\u00e4t im Terawattstunden-Bereich rasch an ihre Grenzen. Die Antwort liegt tief im Erdreich. Was im \u00f6sterreichischen Forschungsprojekt <em>Underground Sun Storage (USS 2030)<\/em> erfolgreich erprobt wurde, wird nun im europ\u00e4ischen Leuchtturmprojekt <em>EUH2STARS<\/em> zum kontinentalen Ma\u00dfstab ausgebaut \u2013 mit direkten Konsequenzen f\u00fcr die Versorgungssicherheit der Schweiz.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Das Prinzip: Die Natur als gigantischer Akkumulator<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Statt teure oberirdische Druckbeh\u00e4lter zu bauen, nutzt die geologische Untergrundspeicherung ersch\u00f6pfte Erdgas-Porenlagerst\u00e4tten in Sandsteinformationen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Im Sommer:<\/strong> \u00dcbersch\u00fcssiger Erneuerbarer Strom wird per Elektrolyse in gr\u00fcnen Wasserstoff umgewandelt und \u00fcber Bohrungen tief in die Porenstrukturen gepresst.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Im Winter:<\/strong> Der eingelagerte Wasserstoff wird bedarfsgerecht zur\u00fcckgef\u00f6rdert und steht f\u00fcr die Industrie, die Strom- und W\u00e4rmeerzeugung oder den Mobilit\u00e4tssektor bereit.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wissenschaftlicher Durchbruch: Die Kern-Erkenntnisse aus der <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/journal\/international-journal-of-hydrogen-energy\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IJHE<\/a>-Publikation<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im ober\u00f6sterreichischen Gampern bewies die <strong><a href=\"https:\/\/www.rag-austria.at\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">RAG Austria AG<\/a><\/strong> gemeinsam mit Partnern erstmals weltweit, dass die Speicherung von <strong>100 % reinem gr\u00fcnem Wasserstoff<\/strong> in Porenlagerst\u00e4tten betriebssicher funktioniert. Die im renommierten <em><a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/journal\/international-journal-of-hydrogen-energy\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">International Journal of Hydrogen Energy (IJHE)<\/a><\/em> publizierten Peer-Review-Ergebnisse dokumentieren den technischen Durchbruch:<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Erreichen von TRL 7 (Technologiebereitschaft):<\/strong> Das System bestand den H\u00e4rtetest unter realen Feldbedingungen \u00fcber zwei vollst\u00e4ndige Einspeise- und R\u00fcckf\u00f6rderzyklen. Damit hat die Technologie das Laborstadium verlassen und Reife f\u00fcr die industrielle Anwendung erlangt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Dichtheit und Gesteintegrit\u00e4t:<\/strong> Die nat\u00fcrlichen Deckgesteine (Caprock) hielten dem reinen Wasserstoff auch unter zyklischen Druckschwankungen absolut dicht stand. Es traten keine Leckagen oder geomechanischen Beeintr\u00e4chtigungen auf.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Integrierte Aufbereitung:<\/strong> \u00dcber fortgeschrittene Membrantrennverfahren (u. a. von Axiom) wurde der zur\u00fcckgef\u00f6rderte Wasserstoff direkt vor Ort gereinigt, sodass er selbst anspruchsvolle Qualit\u00e4tsstandards erf\u00fcllt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Mikrobiologische Stabilit\u00e4t:<\/strong> In der Fachwelt herrschte lange Skepsis bez\u00fcglich stofflicher Verluste durch Mikroorganismen (z. B. Methanogenese). Die Feldtests zeigten jedoch, dass bei geeigneten Lagerst\u00e4ttenparametern mikrobielle Nebenreaktionen vernachl\u00e4ssigbar gering bleiben.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die europ\u00e4ische Dimension: Das Gro\u00dfprojekt <a href=\"https:\/\/euh2stars.eu\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EUH2STARS<\/a><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Technologie von der Pilotanlage in die fl\u00e4chendeckende kommerzielle Anwendung (<strong>TRL 8<\/strong>) zu \u00fcberf\u00fchren, startete das europ\u00e4ische Flaggschiffprojekt <strong>EUH2STARS<\/strong> (<em>European Underground H2 STorAge Reference System<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter der Konsortialf\u00fchrung der RAG Austria AG vereint das mit knapp <strong>20 Millionen Euro<\/strong> aus dem EU-Programm <em>Horizon Europe<\/em> gef\u00f6rderte Projekt 12 f\u00fchrende europ\u00e4ische Energieversorger, Netzbetreiber und Forschungseinrichtungen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Kernziele von EUH2STARS:<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Demonstration im Dauerbetrieb:<\/strong> Am Standort Rubensdorf\/Gampern werden vier weitere Zyklen gefahren, um den nachfragegesteuerten Speicherbetrieb im Reallabor nachzuweisen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Europ\u00e4ische Replikation:<\/strong> Die Erkenntnisse werden auf drei weitere geologische Standorte in <strong>den Niederlanden, Ungarn<\/strong> (Kardosk\u00fat) und <strong>Spanien<\/strong> \u00fcbertragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Anbindung an den European Hydrogen Backbone (EHB):<\/strong> Gemeinsam mit Systembetreibern werden Modelle entwickelt, um Untergrundspeicher optimal mit dem k\u00fcnftigen grenz\u00fcberschreitenden Wasserstoff-Transportnetz zu verkn\u00fcpfen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Was bedeutet das f\u00fcr die Schweiz?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Schweizer Energiepolitik und das Problem der <strong>Winterstroml\u00fccke<\/strong> liefern die Ergebnisse aus \u00d6sterreich und Europa entscheidende Erkenntnisse:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dezentrale Schweizer Technologien als Erg\u00e4nzung:<\/strong> Da geologische Gro\u00dfspeicher lokal fehlen, setzt die Schweizer Forschung auf dezentrale Alternativen. Forschende der ETH Z\u00fcrich haben beispielsweise ein <strong>Eisen-Dampf-Verfahren<\/strong> entwickelt, um Wasserstoff in Form von Eisen chemisch stabil und ohne Druckverluste saisonal auf Quartiersebene zu speichern.?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Importabh\u00e4ngigkeit bei Gro\u00dfspeicher-Kapazit\u00e4ten:<\/strong> Im Schweizer Mittelland fehlen weitgehend geeignete tiefe Porenlagerst\u00e4tten, wie sie in \u00d6sterreich oder Norddeutschland genutzt werden. Die Schweiz wird gro\u00dfvolumigen Wasserstoff f\u00fcr den Winter daher kaum im eigenen Untergrund speichern k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Anbindung an das europ\u00e4ische Wasserstoffnetz:<\/strong> Die Versorgungssicherheit der Schweiz im Winter wird ma\u00dfgeblich von der Einbindung in den <em>European Hydrogen Backbone<\/em> (z. B. \u00fcber die Transitgas-Infrastruktur) und dem vertraglichen Zugriff auf europ\u00e4ische Gro\u00dfspeicher abh\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Zusammenspiel aus geologischer Gro\u00dfspeicherung im europ\u00e4ischen Ausland (<em>Underground Sun Storage<\/em> \/ <em>EUH2STARS<\/em>) und dezentralen technologischen Ans\u00e4tzen in der Schweiz bildet das Fundament f\u00fcr eine saisonal unabh\u00e4ngige und krisenfeste Energieversorgung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weitere Hinweise und Quellen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Hinweis zur Transparenz:<\/strong> Dieser Beitrag wurde unter Verwendung von Gemini (Google AI) f\u00fcr Strukturierung und Erstentwurf erstellt. Die redaktionelle Pr\u00fcfung, fachliche Validierung und finale \u00dcberarbeitung erfolgten durch iFIT Schweiz.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>TRL 8<\/strong> steht f\u00fcr <strong>\u201eSystem komplett und qualifiziert\u201c<\/strong> (<em>System complete and qualified<\/em>). Es ist die vorletzte Stufe auf der international genormten, neunstufigen Skala der <strong>Technologiebereitschaftsgrade<\/strong> (<em>Technology Readiness Levels<\/em>).<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie \u00abUnderground Sun Storage\u00bb und \u00abEUH2STARS\u00bb die saisonale Wasserstoffspeicherung skalieren \u2013 und was das f\u00fcr die Schweiz bedeutet Die Achillesferse der Energiewende ist die Saisonalit\u00e4t: Wie bringen wir den im Sommer im \u00dcberfluss erzeugten Sonnen- und Windstrom in den energieintensiven Winter? 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